Ein Gedicht des Pfarrers Tharaeus ging in die Literaturgeschichte ein
von Gerd Tschechne
11. Juli 1992 Von 1609 bis 1613 lebte und wirkte in Friedersdorf ein Pfarrer namens Andreas Tharaeus. Er betätigte sich schriftstellerisch und hinterließ uns ein umfangreiches Gedicht, eine treffliche sozialkritische Darstellung der Lage der Landbevölkerung in Friedersdorf und seiner Umgebung zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Der Titel: „Eine erbermliche Klage der lieben Fraw Gerste und ihres Bruders Herrn Flachs, die sich gehalten haben auff einem Stück Acker für Friedersdorff im Amt Storkow gelegen, wie offt und vielmehr sie beyde durch Menschen Hende gezogen und sehr vbel tractirt werden, ehe sievon ihnen können gebraucht werden.“
Mit diesem Gedicht ist Tharaeus in die Literaturgeschichte mit folgender Bemerkung eingegangen: „In dem Gedicht klagen Gerste und Flachs einander ihre Not, dass sie geplagt und geschunden werden, bis man aus ihnen Bier braut und Bot bäckt oder sie zu Leinwand und Papier verarbeitet. Solche satirischen Klagen von Tieren oder personifizierten Pflanzen sind in der Literatur des 17. Jahrhunderts häufig.“
Ich verzichte hier auf die Wiedergang von Gedichtsauszügen, da das Lesen Schwierigkeiten bereitet und somit das Verstehen des Gedichtsinhaltes schwer fällt, auch nur lückenhaft wäre. Tharaeus hat nämlich sein Gedicht im ausgestorbenen Storkower Dialekt verfasst.
Jedenfalls erfahren wir durch den Inhalt seines Gedichstes etwas über das Leben der Friedersdorfer im 17. Jahrhundert, was wiederum Friedersdorf schon früher weitum bekannt machte.Oderland, Havelland, Potsdam
|