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WALD UND WILD IN ÖL

Holzgewehr und Pinsel

Hirschfänger mit der guten alten „Praktica“

24. Februar 2005 (Heidesee Aktuell/red) Haben wir es nicht schon immer gesagt: Bindow hat an Originalen natürlich viel mehr zu bieten als eine seit anderthalb Jahrzehnten verfallende (zum Glück bald zugewachsene) Konsum-Ruine, zusammengeschobene Erdhaufen und wuchernde Erlen wo einst das berühmte Gasthaus „Tante Anna“ an der Dahme stand, einen veritablen Heidesee-Bürgermeister , eine rostige Buckelbrücke oder einen komplett zur Investruine umgebauten ehemaligen Kuhstall auf einstigem LPG-Gelände, das ganz früher mal Enckefort’sches Gut und damit Grundlage für das Entstehen der Siedlung war. Selbst die hauptstädtische Presse rückt Bindower Originale in letzter Zeit fast gehäuft ins Licht der Öffentlichkeit.


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War es zuerst, dem Rang gerecht, der in Bindow beheimatete Heidesee-Bürgermeister, dessen Friedwald-Beerdigungswerbung die „Berliner Zeitung“ sogar zu einer Kolumne auf Seite 1 veranlasste, so hat das überregional renommierte Blatt nun in einem umfänglichen Innenseiten-Beitrag Werner Pfauder gewürdigt. Das tat auch not. Denn das vor allem tierpflegerische Wirken des Bindower Kunstmalers wurde ja von näher gelegenen Medienprodukten wie „bbb“, „KW-Kurier“ oder „Blickpunkt“ („Heidesee Aktuell“ eingeschlossen) bisher eher weniger öffentlich wahrgenommen.

Pfauder? Ja, der alte Herr wohnt in der Thälmann-Straße, an der Dahme-Seite. Da, wo das merkwürdig schmale Halbhaus an die ehemalige Renner’sche Tischlerei grenzt. Richtig, da wo die auf des Bewohners Gewerbe hinweisende Holztafel „Wald und Wild im Bild“ steht. Und da wohnt er schon seit 40 Jahren. Und geht ebenso lange in der näheren und weiteren Umgebung auf die Pinsel-Pirsch, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet. Wir zitieren:

„Pfauder ist Maler und er malt Bilder in Serie... Er ist fast 90 Jahre alt, und die Geschichte, die er stolz erzählt, ist die Geschichte seines Lieblingsbildes. Ein Hirsch mit mächtigem Geweih im herbstlichen Laubwald, den Blick neugierig auf den Betrachter gerichtet. Das im Morgengrauen entstandene Foto diente Pfauder als Vorlage für das einen halben Quadratmeter große Ölgemälde. So wie die anderen selbst gefertigten Fotografien als Vorlage für andere Bilder dienten, für viele Bilder: Rehe im Schnee und am Ufer eines Sees, Bussard auf Zaunpfahl, Schwäne auf dem Wasser und in der Luft, Kraniche im Abendrot, auch Uhu und Specht sind vertreten. Und immer wieder Hirsche, von vorn, von der Seite.

Die Tiere - zumeist in Öl, seltener auch als Aquarell - sind nicht jedermanns Geschmack. Manchmal kommen Besucher... und kaufen ihm für 80 oder 200 Euro eines oder auch gleich drei der selbst gerahmten Originale ab.“

Pfauder, ehemals Dekorationsmaler für Bühnenbilder an der Berliner Staatsoper, malt fast nur in Öl, und er malt nur Wald und Wild, vor allem letzteres. Und vor allem nach eigener Fotovorlage. Auftragswerke lehnt er ebenso ab wie andere Maltechniken und Motive.

Der „Berliner Zeitung“ verriet er, dass er zu seiner Art von Naturmalerei gekommen ist, weil er wusste, dass sich sein Kindheitswunsch Jäger nie erfüllen würde. „Ich kann einfach nicht auf Tiere schießen“. Da ihm die Jagdleidenschaft aber irgendwie im Blut liegt (und da man auch mit einem 300er Teleobjektiv nicht so einfach freihändig „schießt“) hat er sich seine gute alte Praktica-Kamera aus dem guten alten Dresdener Pentacon-Kombinat auf ein Holzgewehr geschraubt. Am liebsten zieht er damit, auch noch mit fast 90 Jahren, frühmorgens in den Wald.

„Den meisten Menschen bleibt das Wild doch zeitlebens verborgen\", begründet er sein Tun gegenüber der „Berliner Zeitung“. Und während andere „richtige“ Jäger aus Bindow, Dolgenbrodt und Umgebung sich an ihren Trophäen erst freuen können, wenn sie auf dem Teller landen, verewigt sie Pfauder eben in Öl.

Interessiert? Pfauders Telefonnummer ist 033767-81375.Oderland, Havelland, Potsdam

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