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Silvesterkarpfen aus Brandenburg

29. Dezember 2006 Brandenburg Regional / Heidesee Journal Potsdam – Nach den Feiertagen mit gehaltvollem Essen ist für viele der Silvester-Karpfen eine gesunde und willkommene leichte Küche. Mit weniger als 10% Fett sind Karpfen Fisch magerer als jeder Weihnachtsbraten. Nicht nur deshalb kommt der Karpfen bei vielen Brandenburgern traditionell zu Silvester auf den Tisch.


Der Karpfen ist in Brandenburg zum wichtigsten Wirtschaftsfisch in der Aquakultur geworden. Jährlich kommen in Brandenburgs Küchen rund 700.000 Speisekarpfen in die Pfanne. Dieser hohe Bedarf kann neben der eigenen Produktion nur durch Einfuhr aus anderen großen Karpfenregionen gedeckt werden.

Es ist vor allem das Lausitzer Teichgebiet, in dem dieser Fisch als prächtiger Spiegelkarpfen über drei bis vier Jahre heranwächst. Dann hat er ein mittleres Gewicht von etwa 1,5 bis 2,2 Kilogramm erreicht. Neben der vielfältigen Naturnahrung, die der Karpfen im Teich findet, wird vom Fischer noch Getreide zugefüttert. Ausschließlich Jungkarpfen erhalten noch zusätzlich Kraftfutter, um die Wintermonate gut zu überstehen.

Fische aus großen Teichwirtschaften bekommen täglich Kraftfutter - das erhöht den Fettanteil. Teichwirte mit wenig Wasserfläche füttern nur zwei- bis dreimal in der Woche Weizen, darüber hinaus ernähren sich die Fische von Würmern, Krebsen und anderen Kleintieren. Wer keinen Teichwirt des Vertrauens in der Nähe hat, kann zu Bio-Karpfen greifen. Der frisst neben Kleintieren nur Weizen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Bereits im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurden in China Karpfen als Speisefisch verwendet. Die Römer führten den Karpfen schließlich auch in unserer Regionen ein. Im frühen Mittelalter legten die Mönche der Klöster Teiche an, um Karpfen zu züchten. An vielen Feier- und Fastentagen diente dieser als besondere Speise. Aus dieser längst vergangenen Zeit ist das traditionelle Silvestermenü mit Karpfen geblieben.

Die Zubereitung setzt einige Erfahrung voraus. Es gibt zahlreiche Rezeptvariationen, mal wird der Karpfen gebacken, mal gebraten, mit Panade, Meerrettich- oder Sahnesoße gereicht. In der Lausitz wird er gern mit Rotkraut und Klößen serviert.

Guten Appetit und ein gesundes Jahr 2007.Oderland, Havelland, Potsdam

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